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WAS SAGT DIE FORSCHUNG ÜBER DIE VERWENDUNG VON CANNABIS BEI FIBROMYALGIE?
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WAS SAGT DIE FORSCHUNG ÜBER DIE VERWENDUNG VON CANNABIS BEI FIBROMYALGIE?

Zuletzt aktualisiert am: 10 Februar 2026

Fibromyalgie ist eine Erkrankung, bei der man unter chronischen Schmerzen in Muskeln und Bindegewebe leidet, aber neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Cannabis die Beschwerden möglicherweise lindern kann. In diesem Blog erklären wir, was Fibromyalgie ist und wie Cannabis dazu beitragen kann, das Wohlbefinden von Fibromyalgie-Patienten zu verbessern.

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie ist eine komplexe, chronische Erkrankung, die Schmerzen in Muskeln und Bindegewebe im ganzen Körper verursacht. Es können auch andere Beschwerden auftreten, wie Brain Fog, Schlafprobleme, Muskelsteifheit und Stimmungsschwankungen. Laut einer Open-Label, randomisierten Crossover-Studie der Abteilung Anästhesiologie des LUMC (Leiden) zeigt sich, dass Cannabis mit hohem THC-Gehalt (insbesondere Bedrocan und Bediol) Schmerzen bei Fibromyalgie-Patienten wirksam lindert. Insgesamt erhielten 20 Teilnehmer vier verschiedene Cannabisformen (zwei mit hohem THC-Gehalt, eine mit hohem CBD-Gehalt und ein Placebo) durch Inhalation. Ergebnis: Nach der Inhalation von THC-reichem Cannabis konnten die Teilnehmer deutlich mehr Druck aushalten — CBD-reiches Cannabis hatte vor diesem Test keinen Effekt.

Leider gibt es kein Heilmittel für diese Erkrankung und sie ist schwer zu behandeln. Ärzte können meist nur Schmerzmittel und Antidepressiva verschreiben. Diese Mittel bekämpfen nur die Symptome und nicht die Ursache der Krankheit. Da jedoch immer mehr über die Verwendung von  medizinischem Cannabis zur Behandlung verschiedener Symptome bekannt wird, interessieren sich auch Menschen mit Fibromyalgie dafür.

SELBSTMEDIKATION MIT CANNABIS: WOFÜR WIRD ES VERWENDET?

In diesem Blog kannst du lesen, wofür Cannabis möglicherweise verwendet werden kann.

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Eine beträchtliche Anzahl von Patienten gibt an, Cannabis als Ergänzung zu ihrer Behandlung zu verwenden, oft ohne direkte ärztliche Begleitung — was Risiken mit sich bringen kann. Auch CBD steht im Fokus. In einer  Umfrage in den USA gaben 70 % der Teilnehmer an, ihre verschriebenen Medikamente durch CBD ersetzt zu haben. Im Folgenden besprechen wir, was über Cannabis und Fibromyalgie bekannt ist.

Forschung zu Cannabis und Fibromyalgie

Dr. Ethan Russo, ein bekannter Wissenschaftler, der sich auf Cannabis spezialisiert hat, hat die Möglichkeiten von Cannabis bei Fibromyalgie untersucht. Er vermutet sogar, dass Fibromyalgie durch einen Mangel im Endocannabinoid-System (ECS) verursacht werden könnte.  Die Studie (The role of cannabis in treatment-resistant fibromyalgia women) fand 2022 statt. Ein Fragebogen der WHO, der Quality of Life Bref Questionnaire, wurde verwendet, um die Auswirkungen von Cannabis auf die Lebensqualität von 30 Frauen im Alter von 18 bis 70 Jahren zu untersuchen. Alle litten an schwer behandelbarer Fibromyalgie.

Viele Menschen mit Fibromyalgie geben an, dass sie sich durch den Gebrauch von Cannabis oder CBD besser fühlen. Dennoch sollte man wissen, dass die medizinische Wissenschaft hier noch keine klaren Aussagen trifft. Die bisherigen Studien sind oft klein angelegt oder haben keine Kontrollgruppe, sodass man nicht sicher sein kann, ob die Ergebnisse tatsächlich auf das Cannabis zurückzuführen sind.

Auch das Niederländische Hausärzteverband (NHG) weist darauf hin, dass es derzeit nicht genügend Beweise gibt, um Cannabis standardmäßig bei chronischen Schmerzen zu empfehlen. Die Ergebnisse sind also vielversprechend, aber noch nicht schlüssig. Deshalb ist es wichtig, dies immer mit dem Arzt zu besprechen. Er kann gemeinsam mit Ihnen prüfen, was in Ihrer Situation sicher und geeignet ist — insbesondere wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass Cannabis eine signifikante Rolle bei den durch Fibromyalgie verursachten Beschwerden dieser Frauen gespielt hat. Cannabis kann kurzfristig einen positiven Effekt auf die Lebensqualität haben, indem es Schmerzen, Schlaf und körperliche sowie psychische Beschwerden beeinflusst. Diese Forschung ist vielversprechend, aber es war eine kleine Studie mit nur 30 Frauen. Vor zwei Jahren gab es eine britische Studie (Assessment of clinical outcomes in patients with fibromyalgia: Analysis from the UK Medical Cannabis Registry), bei der die Daten von 300 britischen Fibromyalgie-Patienten untersucht wurden. Diese Patienten waren im UK Medical Cannabis Registry registriert, das von der Sapphire Medical Clinic verwaltet wird.

Nachdem die Patienten eine Behandlung mit medizinischem Cannabis erhalten hatten, gaben sie an, sowohl Verbesserungen ihrer Fibromyalgie-Beschwerden als auch ihrer allgemeinen Gesundheit und Lebensqualität erlebt zu haben. Außerdem wurde eine statistisch signifikante Verringerung des Opioidkonsums berichtet.

cannabis und fibromyalgie

Was zeigt diese Forschung?

306 Personen nahmen an der Studie teil, alle mit der Diagnose Fibromyalgie. Sie erhielten Cannabis, das von den Sapphire Clinics verschrieben wurde. 70 % der Patienten waren Frauen und ihr Durchschnittsalter betrug 45 Jahre. Auffällig war, dass bereits 41 % der Teilnehmer zuvor Cannabis konsumiert hatten. Die Patienten erhielten verschiedene Cannabisprodukte, im Durchschnitt 100 mg THC und 20 mg CBD.

Die Fragebögen, die die Patienten ausfüllen mussten, hatten das Ziel, Fibromyalgie-Beschwerden sowie Schlaf, Angst, Schmerzen und Lebensqualität zu messen. Auch der Opioidverbrauch wurde untersucht. Fragebögen wurden nach 1, 3, 6 und 12 Monaten ausgefüllt. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen bei Fibromyalgie-Beschwerden, Schmerzen, Schlaf und Angst.

Fast ein Viertel der Patienten berichtete jedoch über Nebenwirkungen, die allgemein als mild oder moderat beschrieben wurden (genannt wurden trockener Mund, Müdigkeit und verminderte Konzentration). Die Forscher weisen darauf hin, dass dies etwas höher ist als in der Gesamtpopulation des Registers berichtet. Es zeigt sich auch, dass es offenbar einen Zusammenhang zwischen der Cannabisbehandlung und einer Verringerung des Opioidkonsums gibt. Drei Monate nach Beginn der Behandlung gab es eine signifikante Reduktion der oralen Morphindosis im Vergleich zum Ausgangswert.

Weitere Forschung zu Cannabis und Fibromyalgie notwendig

Obwohl diese Ergebnisse darauf hinzudeuten scheinen, dass Cannabis bei Fibromyalgie gute Resultate erzielen kann, mahnen die Forscher zur Vorsicht. Diese Studie hat auch noch ihre Einschränkungen, insbesondere das Fehlen einer Kontrollgruppe. Dadurch kann ein Bias nicht ausgeschlossen werden. Die Wissenschaftler rufen daher zu weiteren Studien mit randomisierten Kontrollgruppen auf. „Die Studie zeigt nicht nur Verbesserungen bei Schmerzen, Schlaf und Lebensqualität, sondern auch eine Abnahme des Opioidkonsums. Außerdem wurden Produkte auf Basis von medizinischem Cannabis gut vertragen.“

Fibromyalgie ist eine Erkrankung, die das tägliche Leben stark beeinträchtigt, wobei Schmerzen und Müdigkeit die täglichen Aktivitäten und die Arbeit erheblich einschränken können. Hoffentlich wird die Forschung fortgesetzt und bald klarer, was Cannabis für Menschen mit dieser Erkrankung bedeuten kann. Wenn Sie Interesse an der Verwendung von Cannabis bei Fibromyalgie haben, vereinbaren Sie bitte einen Termin mit Ihrem Arzt. Dieser kann Sie über die Möglichkeiten informieren und Ihnen helfen, einen legalen Anbieter von medizinischem Cannabis zu finden.

Informationsquelle, kein medizinischer Rat

Dieser Blog dient als Informationsquelle und stellt keinen medizinischen Rat dar. Obwohl einige Studien positive Effekte von Cannabis bei Menschen mit Fibromyalgie berichten, ist es wichtig, diese Ergebnisse in den richtigen Kontext zu setzen. Ein großer Teil der verfügbaren Forschung ist klein angelegt, beobachtend oder basiert auf Selbstauskünften, was die Zuverlässigkeit der Ergebnisse einschränkt. Laut einem systematischen Review, veröffentlicht in Current Rheumatology Reports (2021), gibt es noch nicht genügend Beweise, um Cannabis routinemäßig als Behandlung für Fibromyalgie zu empfehlen. Die Forscher betonen die Notwendigkeit groß angelegter, randomisierter kontrollierter Studien, um die Wirksamkeit und Sicherheit von medizinischem Cannabis bei dieser Erkrankung endgültig zu bestätigen.

Deshalb ist es wichtig, die Verwendung von Cannabis immer mit einem Arzt zu besprechen, insbesondere wegen möglicher Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und dem Fehlen standardisierter Dosierungen.

forschung zu cannabis und fibromyalgie

Wichtigste Studien & Publikationsdaten

1. Khurshid, H., Qureshi, I. A., Jahan, N., Went, T. R., Sultan, W., Sapkota, A. & Alfonso, M. (2021). A Systematic Review of Fibromyalgia and Recent Advancements in Treatment: Is Medicinal Cannabis a New Hope? Cureus, 13(8), e17332.
– Review von 22 Studien mit dem Schluss, dass medizinisches Cannabis sicher sein könnte, aber weitere Forschung nötig ist (researchgate.net, cannabisclinicians.org).

2. Strand, N. H., Maloney, J., Kraus, M., Wie, C., Turkiewicz, M., Gomez, D. A., Adeleye, O. & Harbell, M. W. (2023). Cannabis for the Treatment of Fibromyalgia: A Systematic Review. Biomedicines, 11(6), 1621.
– Systematischer Review bis Oktober 2022, zeigte begrenzte Beweise, aber mögliche kurzfristige Schmerzlinderung (researchgate.net).

Vollständige Referenzen (APA-Stil)

1. Pilotstudie – Lebensqualität bei 30 Frauen
Eytan, D., Russo, E. B., Perez, S., Kaye, S., Pecora, A., & Monaco, A. (2022). The role of cannabis in treatment‑resistant fibromyalgia women: A prospective cohort study. Pain Practice, 22(4), 365–372. (https://doi.org/10.1111/papr.13179 (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)

2. Beobachtungsstudie – UK Medical Cannabis Registry
Wang, C., Erridge, S., Holvey, C., Coomber, R., Usmani, A., Sajad, M., … Sodergren, M. H. (2023). Assessment of clinical outcomes in patients with fibromyalgia: Analysis from the UK Medical Cannabis Registry. Brain and Behavior, 13(7), Artikel e3072. (https://doi.org/10.1002/brb3.3072 (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)

Warnhinweis: Selbstmedikation und rechtliche Aspekte des Cannabiskonsums

Obwohl immer mehr Menschen mit Fibromyalgie angeben, vom (medizinischen) Cannabiskonsum zu profitieren, ist es wichtig, bei Selbstmedikation vorsichtig zu sein. Cannabis ist kein offiziell zugelassenes Arzneimittel gegen Fibromyalgie, und die Anwendung kann Risiken wie Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Abhängigkeit mit sich bringen. Außerdem hängt die legale Nutzung von Cannabis stark von der Gesetzgebung in Ihrem Land oder Ihrer Region ab. In den Niederlanden darf medizinisches Cannabis nur auf ärztliches Rezept über eine zugelassene Apotheke bezogen werden. Der Eigenanbau oder Kauf von Cannabis außerhalb des medizinischen Kreises ist in vielen Fällen illegal und kann rechtliche Konsequenzen haben. Verwenden Sie niemals Cannabis ohne medizinischen Rat und sprechen Sie immer vorher mit einem Arzt, insbesondere wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen oder gesundheitliche Probleme haben.

Mirjam Sprenger

Mirjam Sprenger ist Texterin bei 24high mit dem Schwerpunkt Gesundheit, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel. Sie übersetzt komplexe Themen in klare und verständliche Artikel, die auf sorgfältiger Recherche beruhen.

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